Was ist Rheumatoide Arthritis?

Was ist Rheumatoide Arthritis?

Der Begriff Rheuma umfasst viele verschiedene Erkrankungen. Die Rheumatoide Arthritis ist dabei die häufigste chronisch-entzündliche Gelenkerkrankung, bei der mehrere Organe bzw. Organsysteme betroffen sein können.

Wie der Name schon sagt, sind bei der Rheumatoiden Arthritis allerdings vorwiegend die Gelenke befallen: Arthritis bedeutet Gelenkentzündung. Die frühere Bezeichnung „chronische Polyarthritis“ deutet darauf hin, dass zumeist viele („poly“) Gelenke betroffen sind. Darüber hinaus sind vielfältige weitere Erscheinungsformen möglich.

Soweit wir heute wissen, ist eine Störung des Immunsystems für die Entzündungen verantwortlich.

Die Rheumatoide Arthritis kann in jedem Lebensalter auftreten, denn entgegen der verbreiteten Meinung ist sie keine Alterserscheinung.

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Betroffene

Infografik: Anzahl der Betroffenen von rheumatischen Erkrankungen.
1,5 Mio. Menschen leiden an entzündlich- rheumatischen Erkrankungen
  1234   1234567890 1234567890 1234567890 1234567890 1234 0.000 Patienten leiden unter Rheumatoider Arthritis (RA)
  123456   1234567890 1234567890 1234567890 1234567890 1234567890 1234567890 1 % aller RA-Patienten haben einen mittelschweren oder schweren Schweregrad
Infografik: Verteilung der Neuerkrankungen an rheumatoider Arthritis pro Jahr (Männer / Frauen).
Neuerkrankungen mit Rheumatoider Arthritis pro Jahr
22.000 Männer
44.000 Frauen

Rheumatoide Arthritis kann in jedem Lebensalter auftreten, meist jedoch zwischen dem 40. und 50. Lebensalter

Infografik: Rheumatoide Arthritis kann in jedem Lebensalter auftreten, meist jedoch zwischen dem 40. und 50. Lebensalter

Auslöser

Auslöser

Ursachen und Entstehung der Rheumatoiden Arthritis sind bis heute nicht vollständig geklärt.

Untersuchungen von betroffenen Familien haben ergeben, dass eine erbliche Veranlagung eine Rolle spielt, d.h., das Erkrankungsrisiko ist erhöht, wenn bereits ein naher Verwandter erkrankt ist.

Aber auch äußere Einflüsse scheinen als mögliche Auslöser von Bedeutung zu sein. Dazu zählen vor allem Infektionen mit Viren oder Bakterien, die der Entwicklung einer Rheumatoiden Arthritis nicht selten vorausgehen.

Bei der Rheumatoiden Arthritis handelt es sich um eine sogenannte Autoimmunerkrankung. Das bedeutet, dass das Immunsystem, das normalerweise zur Abwehr gegen Infektionserreger und andere Fremdkörper dient, auch körpereigenes Gewebe als „fremd“ einordnet und Antikörper dagegen produziert.

Der Körper greift sich also an bestimmten Stellen, z. B. an der inneren Gelenkhaut, selbst an, was zu Entzündung, Schwellung, Schmerzen und Schädigung des Gewebes führen kann.

Grafik: Symptome der Rheumatoiden Arthritis
  • Zu den Symptomen der Rheumatoiden Arthritis an den Fingern.
    Finger

    Typischerweise sind bei der Rheumatoiden Arthritis kleine Gelenke betroffen, vor allem die Fingergrund- und -mittelgelenke. Sehr selten trifft es allerdings die Fingerendgelenke.

  • Zu den Symptomen der Rheumatoiden Arthritis an den Zehen.
    Zehen

    Typischerweise sind bei der Rheumatoiden Arthritis kleine Gelenke betroffen, vor allem Zehengrundgelenke.

  • Zu den Symptomen der Rheumatoiden Arthritis an den Händen.
    Hände

    Im späteren Verlauf der Rheumatoiden Arthritis sind oft die größeren Gelenke an den Händen betroffen.

  • Arme

    Im späteren Verlauf der Rheumatoiden Arthritis sind oft die größeren Gelenke an den Armen betroffen, insbesondere das Ellenbogengelenk sowie das Schultergelenk.

  • Zu den Symptomen der Rheumatoiden Arthritis an den Füßen.
    Füße

    Im späteren Verlauf der Rheumatoiden Arthritis sind oft die größeren Gelenke an den Füßen betroffen.

  • Beine

    Im späteren Verlauf der Rheumatoiden Arthritis sind oft die größeren Gelenke an den Beinen betroffen, insbesondere das Sprunggelenk, Kniegelenk sowie Hüftgelenk.

Symptome

Die Rheumatoide Arthritis kann vielfältige Beschwerden verursachen, die von anhaltender Morgensteifigkeit über schmerzende und geschwollene Gelenke bis hin zu starker Bewegungseinschränkung reichen.

In der Regel sind bei der Erkrankung mehrere Gelenke beider Körperhälften gleichzeitig betroffen (symmetrischer Befall).

Weitere Beschwerden

Neben Beschwerden, die das Skelett betreffen, wie Schmerzen und geschwollene Gelenke, können sich entzündlich-rheumatische Erkrankungen wie die Rheumatoide Arthritis auch auf andere Bereiche des Körpers auswirken, beispielsweise durch ...

  • Weitere Beschwerden bei Rheumatoider Arthritis an Herz und Gefäßen.

    Konsequenzen für Herz & Gefäße

  • Weitere Beschwerden bei Rheumatoider Arthritis: Augenentzündungen

    Augenent-
    zündungen

  • Weitere Beschwerden bei Rheumatoider Arthritis: Ständige Ermüdung und Erschöpfung.

    Ständige Erschöpfung & Müdigkeit

  • Weitere Beschwerden bei Rheumatoider Arthritis: Fieber.

    Fieber

  • Weitere Beschwerden bei Rheumatoider Arthritis: Vergrößerung der Milz und Leber.

    Vergrößerung der Milz & Leber

Reaktion des Patienten auf die Diagnose

Laut Aussage der Ärzte reagieren die meisten Patienten auf die Diagnose Rheumatoide Arthritis mit Überforderung, da sie über die Erkrankung nicht gut informiert sind.

Der erste Schritt zur gesundheitlichen Besserung beginnt daher oft mit der umfassenden Information über die Erkrankung.

Laut Aussage der Ärzte reagieren die meisten Patienten auf die Diagnose Rheumatoide Arthritis mit Überforderung.
91%

der Ärzte finden
Patienten haben
nur Halbwissen

95%

der Ärzte sagen
die Patienten
sind überfordert

17%

der Ärzte finden
den Patienten
gut informiert

89%

der Ärzte sagen
Patienten haben
wenig Wissen

Mein Arztbesuch

Damit die für Sie geeignete Therapie rasch gefunden und die Rheumatoide Arthritis eingedämmt werden kann, ist eine schnelle Diagnose und Betreuung durch einen Facharzt wichtig. Für einen Patienten mit Rheumatoider Arthritis ist der Rheumatologe der richtige Ansprechpartner.

Suchen Sie sich einen Rheumatologen Ihres Vertrauens. Gerade bei einer lebenslangen Erkrankung wie der Rheumatoiden Arthritis ist es wichtig, ein stabiles Vertrauensverhältnis zu Ihrem Arzt zu haben.

Für einen Patienten mit Rheumatoider Arthritis ist der Rheumatologe der richtige Ansprechpartner.

Allgemeiner Untersuchungsablauf

Wie ist eine Untersuchung klassischerweise aufgebaut? Folgende Punkte kann Ihr Rheumatologe mit Ihnen besprechen bzw. bei Ihnen untersuchen, wenn Sie das erste Mal bei ihm sind:

  1. 1

    Aufnahme der demografischen Daten: Dies sind Informationen über Ihre Person, z. B. Ihr Alter, Geschlecht etc.

  2. 2

    Durchführung einer Anamnese: Dies ist eine Befragung zu Ihrer Vorgeschichte; dazu gehören u. a. Ihre aktuellen Beschwerden, frühere bzw. begleitende Erkrankungen, Ihre bisherigen Therapien und das Bestehen von rheumatischen Erkrankungen in Ihrer Familie.

  3. 3

    Körperliche Untersuchung: Ihr Rheumatologe wird Sie sorgfältig untersuchen – neben Ihrem gesamten Körper wird er vor allem Ihre Gelenke kontrollieren und abtasten sowie die Beweglichkeit der Gelenke prüfen.

  4. 4

    Laboruntersuchungen: Der Arzt wird bei Ihnen Labortests durchführen, die in ihrem Gesamtbild auf Rheumatoide Arthritis hinweisen können. Später dienen Laboruntersuchungen auch der Kontrolle.

  5. 5

    Bildgebende Verfahren: Zur Diagnose von Rheumatoider Arthritis eignen sich auch bildgebende Verfahren wie Röntgen, Ultraschall (Sonografie) und Magnetresonanztomografie (MRT).

  6. 6

    Untersuchung auf mögliche Begleiterkrankungen: Sie werden auf mögliche weitere Erkrankungen untersucht.

Diagnose
Laboruntersuchungen geben einen Hinweis auf die Erkrankung an Rheumatoider Arthritis.

Laboruntersuchungen

Eine Anamnese eignet sich, um Rheumatoide Arthritis zu diagnostizieren.

Anamnese

Bildgebende Verfahren wie Röntgen, Ultraschall (Sonografie) und Magnetresonanztomografie (MRT) eignen sich zur Diagnose der Rheumatoiden Arthritis

Bildgebende Verfahren

Wie verläuft die Rheumatoide Arthritis?

Wie verläuft die Rheumatoide Arthritis?

Wie lässt sich Rheumatoide Arthritis nachweisen?

Wie lässt sich Rheumatoide Arthritis nachweisen?

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  • Basistherapie

    Fast so vielseitig wie die Symptome und Krankheitsverläufe der Rheumatoiden Arthritis sind die Behandlungsmöglichkeiten. Da die Erkrankung den ganzen Körper betreffen kann, werden Medikamente in der Regel systemisch (d.h. für den gesamten Organismus) gegeben. Zusätzlich können örtliche Behandlungen an den Gelenken hilfreich sein.

    Die Medikamente werden in mehrere Stoffgruppen unterteilt und besitzen unterschiedliche Wirkungen und damit auch unterschiedliche therapeutische Zielsetzungen.

    Kortisonfreie Entzündungshemmer

    In der Fachsprache heißen sie nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR). Sie hemmen zwei unterschiedliche Enzyme, die wichtige Gewebshormone produzieren, und wirken in erster Linie entzündungshemmend und schmerzstillend.

    Allerdings beeinflussen sie nur die Symptome und nicht die Ursachen. In der Regel werden sie kurzfristig bei leichten Beschwerden angewendet.

    Am häufigsten, insbesondere bei älteren Patienten, sind Nebenwirkungen des Verdauungstrakt, Flüssigkeitsretention und Bluthochdruck.

    Glukokortikoide (Kortison)

    Künstlich hergestellter Abkömmling des Cortisols, eines natürlichen Hormons der Nebennierenrinde.

    Sie haben eine starke entzündungshemmende Wirkung und wirken auf die Entzündung vor Ort als auch auf die systemische Entzündung im Körper.

    Aufgrund der Nebenwirkungen sind sie nur kurzfristig (z. B. bei einem Schub) hoch dosiert einsetzbar. In Langzeitanwendung werden sie sehr niedrig dosiert.

    Die Glukokortikoidtherapie erhöht das Risiko für Knochenbrüche, Infektionen und Herz-Kreislauf Erkrankungen.

    Konventionelle Basistherapeutika

    Sie sind auch bekannt als langwirksame Antirheumatika. Diese Arzneimittel führen zu einer Rückbildung der Symptomatik und wirken gegen die systemische Entzündung.

    Die Behandlung muss kontinuierlich über längere Zeit durchgeführt und das Präparat regelmäßig eingenommen werden. Erst nach Wochen oder Monaten ist die Wirkung nachvollziehbar.

    Bei manchen Basistherapeutika z.B. MTX kann es sehr häufig zu Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Entzündungen u. Ulzerationen der Mund- u. Rachenschleimhaut und/oder einem Anstieg d. Leberenzyme kommen.

  • Biologikatherapie

    Biologika sind biotechnologisch, das heißt in lebenden Zellen hergestellte Eiweißstoffe zur systemischen Behandlung der Rheumatoiden Arthritis.

    Die Entwicklung und Herstellung der Biologika ist sehr aufwendig. Sie werden bei mittelschweren und schweren Symptomen der Rheumatoiden Arthritis eingesetzt, wenn andere Behandlungsformen nicht ausreichend wirksam waren oder nicht eingesetzt werden können.

    Zu den häufigsten Nebenwirkungen zählen Reaktionen an der Einstichstelle nach der Injektion/Infusion, z. B . Schwellung, Rötung, Schmerzen oder Juckreiz. Außerdem können bei der Behandlung mit den Biologika häufiger Infektionen, allergische Reaktionen und Fieber auftreten.

    TNF-α-Blocker

    Biologika hemmen auf unterschiedliche Weise entzündungsfördernde Botenstoffe wie den Tumornekrosefaktor alpha (TNF-α) und beeinflussen damit die übersteigerte Immunantwort bei der Rheumatoiden Arthritis. Diese Biologika werden auch als TNF-α-Blocker bezeichnet.

    TNF-α-Blocker sind bereits seit vielen Jahren im Einsatz, sodass eine große Erfahrung mit ihnen besteht. Die Wirkung dieser Medikamente beginnt oft sehr rasch und kann sich über die Zeit weiter steigern. TNF-α-Blocker werden unterschiedliche Weise verabreicht.

    Patientenbetreuungsprogramme

    Patienten, die Biologika vom Arzt verordnet bekommen, haben die Möglichkeit an einem Patientenbetreuungsprogramm teilzunehmen. Ziel der Programme ist es, die Patienten zum Therapiestart und bei Ihrer Langzeittherapie zu unterstützen.

    Der Arzt informiert welches Therapieprogramm in Frage kommt, wie z. B. das TOGETHER-Patientenprogramm, mehr dazu unter www.together-programm.de.

  • Physikalische Behandlungsmaßnahmen

    Die Funktionalität der Gelenke kann allein durch eine medikamentöse Behandlung nicht optimal verbessert werden. Eine maßgeschneiderte Physiotherapie unterstützt dabei, Schmerzen zu lindern, Entzündungen entgegenzuwirken, die Muskeln zu entspannen und die Durchblutung zu fördern.

    Eine Kältetherapie eignet sich z. B. sehr gut bei akuten Gelenkentzündungen. Auch Wärmetherapien, Bäder, Massagen und Elektrotherapie sind je nach Stadium der Erkrankung angenehm und hilfreich.

    Die Krankengymnastik sollte immer darauf ausgerichtet sein, die bestmögliche Beweglichkeit wiederherzustellen bzw. zu erhalten. Außerdem dient sie der Vorbeugung von z. B. Bewegungseinschränkungen, Gelenkversteifungen und Fehlstellungen sowie der Vermeidung von Ausweichbewegungen und ungünstigen Bewegungsmustern.

  • Begleitende Behandlungen

    Patientenschulungen helfen, die Hintergründe und Auslösefaktoren der Rheumatoiden Arthritis zu verstehen.
    Patientenschulung

    Schulungen können helfen, die Hintergründe und Auslösefaktoren der Rheumatoiden Arthritis zu verstehen, und geben Informationen zur Therapie, zum Umgang mit Schmerzen und zur Bewältigung von Alltagssituationen. Auch Experten, Diskussionsrunden und der Austausch untereinander können Bestandteile sein.

    Ziel der Ergotherapie als begleitenden Behandlung bei der Rheumatoiden Arthritis ist die Unterstützung und Wiederherstellung von fehlenden Funktionen.
    Ergotherapie

    Ziel ist die Unterstützung und Wiederherstellung von fehlenden Funktionen, sodass eine möglichst große Selbstständigkeit im Alltag und Beruf erlangt wird. Zur Ergotherapie gehören u. a. Gelenkschutztraining, Anpassungen im Haushalt, im Beruf und in der Freizeit sowie eine Hilfsmittelversorgung.

    Körperliche Bewegung und Sport sind für Rheumatiker sehr wichtig.
    Körperliche Bewegung und Sport

    Ein aktiver Lebensstil ist für Rheumatiker sehr wichtig. Regelmäßiger Sport stärkt Körper und Abwehrsystem, wirkt Funktionseinbußen entgegen und ist eine Wohltat für Körper und Seele. Sport ist kein Ersatz für Physiotherapie und umgekehrt! Vielmehr sollte beides ergänzend eingesetzt werden.

    Alternative Heilmethoden können die klassische Behandlung rheumatischer Erkrankungen unterstützen.
    Alternative Heilmethoden

    Unterstützend zur klassischen Behandlung rheumatischer Erkrankungen gibt es eine Fülle an Arzneimitteln und Verfahren aus dem „alternativmedizinischen“ Bereich. Dabei reicht das Spektrum von naturheilkundlichen bis zu komplementärmedizinischen Verfahren. Sie sind kein Ersatz für eine Basistherapie!

Wie kann die Rheumatoide Arthritis behandelt werden?

Wie kann die Rheumatoide Arthritis behandelt werden?

Welche Eigenverantwortung habe ich als Patient?

Welche Eigenverantwortung habe ich als Patient?

Leben mit Rheumatoider Arthritis

Leben mit Rheumatoider Arthritis
Kann ich durch meine Lebensführung im Alltag die Rheumatoide Arthritis beeinflussen?

Kann ich durch meine Lebensführung im Alltag die Rheumatoide Arthritis beeinflussen?

Wo bekomme ich Hilfe zur Selbsthilfe (Selbsthilfegruppen, Rheuma-Liga etc.)?

Wo bekomme ich Hilfe zur Selbsthilfe (Selbsthilfegruppen, Rheuma-Liga etc.)?

Wegweiser rheuma
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